Risikoimpfungen im Alter

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Anfälligkeit für Infektionen. Das Risiko eines tödlichen Verlaufs bedingt durch eine Infektion nimmt im Alter zu. Ein Impfschutz kann Infektionen, wie Gürtelrose, Influenza, Lungenentzündung verhindern und Spätfolgen abwenden.

Durch die Alterung des Immunsystems ist die Wirksamkeit von Impfungen zwar geringer als in jüngeren Jahren, jedoch bei regelmäßiger Impfung immer noch ausreichend gut.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts ist eine Expertengruppe, die sich mit Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten auseinandersetzt und eine Empfehlung zu Impfungen in jedem Alter herausgibt.

Wir stellen Ihnen sinnvolle Impfungen im Alter anhand der STIKO Empfehlung vor:

  • Pneumokokken

Pneumokokken sind die häufigsten bakteriellen Erreger der ambulant erworbenen Lungenentzündung. Pneumokokkeninfektionen treten meistens mit oder in Folge einer Grippe (Influenza) auf.

  •  Influenza/Grippe

In der Altersgruppe 60+ treten besonders schwere Influenzaverläufe auf. Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Entzündung des Herzmuskels können schwerwiegende Komplikationen sein.

Eine wiederholte Influenzaschutzimpfung schützt vor schweren Verläufen, Krankenhauseinweisung und tödlichem Ausgang.

Zudem reduziert die Influenzaimpfung nachweislich das Sterberisiko durch influenzabedingte Kreislauferkrankungen.

  • Pertussis/Keuchhusten

Über zwei Drittel aller Erkrankungen treten bei Personen auf, die älter als 19 Jahre als sind. Kennzeichnend ist ein quälender, lang anhaltender Husten. Bei über 60 Jährigen ist in 40% der Fälle mit Komplikationen, wie Lungenentzündung, Gewichtsverlust, Leisten- und Rippenbrüche und Hirnblutungen zu rechnen.

Da die meisten Pertussisimpfungen im Kindesalter durchgeführt wurden, sollte im Alter der Impfschutz aufgefrischt werden. Generell gilt es im Alter den 10-Jahresabstand zwischen den Impfungen nicht unbedingt einzuhalten sondern schon eher zu impfen. Eine frühere Auffrischung ist besonders werdenden Großeltern und bei Kontakt mit Säuglingen zu empfehlen.

In Deutschland ist diese Impfung als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus/Diphterie/Pertussis verfügbar und in der Gruppe der über 65-Jährigen gut verträglich.

  • Tetanus und Diphtherie

In Deutschland tritt Tetanus relativ selten auf, ist jedoch bei Infektion im Verlauf meist tödlich. Gerade ältere Menschen weisen einen unzureichenden Impfschutz auf.

Auch für Diphtherie besteht in dieser Altersgruppe eine geringe Impfquote. Hier kann mit dem Dreifachkombinationsimpfstoff Tetanus/Diphtherie/Pertussis Abhilfe geschaffen werden.

  • Herpes Zoster/Gürtelrose

Die Gürtelrose tritt meist mehrere Jahrzehnte als Zweiterkrankung nach der Infektion mit Windpocken auf. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit an Gürtelrose zu erkranken stetig zu.

Sie geht mit einem schmerzhaften oder juckenden, einseitig auftretenden, bläschenförmigen Ausschlag einher. Besonders gefürchtet ist die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie. Diese Komplikation äußert sich durch chronische und starke Schmerzen, die über Monate bis Jahre andauern können. Die Lebensqualität der Betroffenen ist stark gemindert.

Der seit 2018 zugelassene Totimpfstoff hat mindestens eine 90%-ige Wirksamkeit gegen Herpes Zoster und gegen die Post-Zoster-Neuralgie.

Unsere Impfbeauftragte Frau Schnichels informiert Sie gerne persönlich über Ihren Impfschutz und stellt gemeinsam mit dem behandelnden Arzt einen individuellen Impfplan zusammen. Gerne können Sie selbst Ihren Impfausweis überprüfen und gleich einen Impftermin vereinbaren: es geht um Ihre Gesundheit!


Quelle: Forstner Ch. Risikoimpfungen im Alter. MMW 2018; 21-22.

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